Wie gelingt zeitgemäße Bürgerkommunikation?

Am Freitag, 20. Februar 2026 hatte der Städtebund unter dem Vorsitz vonStadtpräsident Peter Neukomm zu einem Symposium zum Thema „Bürgerzeitung vs. Digitale Welt – Wie gelingt zeitgemäße Bürgerkommunikation?“ eingeladen.Neben spannenden Vorträgen von Prof. Dr. Röber, Hochschule für öffentlicheVerwaltung Kehl und zu Umsetzungsbeispielen aus der Praxis durch dieTeilnehmenden selbst, gab es im Anschluss eine spannende Diskussion mitChristian Rosenberger, Kommunikationsberater und Gründer der PlattformAmtshelden.de. Der Städtebund dankt vor allem dem Gastgeber StadtpräsidentPeter Neukomm und dem Team rund um die Hausherrin Gesa Schneider, Direktorin Museum Allerheiligen für die hervorragende Organisation undVerpflegung. Im Folgenden finden Sie die Kernergebnisse zusammengetragen.Die vorgestellten Präsentationen können auf Anfrage versandt werden.

Kommunikation beginnt vor der Kommunikation

Im Impuls machte Prof. Dr. Jörg Röber (Hochschule für öffentliche VerwaltungKehl) deutlich: Kommunikation ist keine nachgelagerte Maßnahme, sondern Teilstrategischer Steuerung.

  • Funktionsträger aus Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit müssen frühzeitig in Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden –nicht erst, wenn Beschlüsse gefasst sind.
  • Vor jeder Maßnahme stehen drei Kernfragen: Warum kommunizieren wir? Was wollen wir konkret in der realen Welt bewirken? Wenmüssen wir dafür erreichen?

Wirkung messen statt Reichweite feiern

Ein weiterer Schwerpunkt war die Erfolgsmessung kommunaler Kommunikation.Reichweite in sozialen Medien allein ist kein Qualitätsmerkmal. Entscheidend sind:

  • Interaktion statt bloßer Sichtbarkeit
  • aktives Kommunikationsmonitoring
  • konsequentes Beantworten von Kommentaren
  • systematische Evaluation (z. B. Befragungen, Delphi-Runden oder Studienformate)

Kommunikation muss – wie andere Steuerungsinstrumente – überprüfbar und lernfähig sein.

Von innen nach außen denken

Ein zentrales Signal der Veranstaltung: Bevor Kommunen nach außen kommunizieren, müssen sie die interne Kommunikation stärken.Nur wenn Mitarbeitende die strategischen Ziele verstehen und mittragen, entsteht Glaubwürdigkeit. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden so zu authentischen Botschaftern ihrer Organisation – im beruflichen wie im privaten Umfeld.Kommunikation beginnt damit im Inneren der Verwaltung.

Praxisbeispiele aus der Region

Vertreter aus Neuhausen, St. Gallen und Singen zeigten konkrete Ansätze moderner Bürgerkommunikation. Diskutiert wurden unter anderem vorgestellt:

  • Digitale Kanäle aber auch eine neuaufgelegte Bürgerzeitung ausNeuhausen
  • bewusste Umgang mit Kommentarfunktionen und Beteiligungsformate, wieden gesetzlich verankerten Bevölkerungsvorstoss in St. Gallen
  • strategische Steuerung von Social-Media-Kanälen in Singen („Präzision vorSchnelligkeit“)

Demokratie braucht Vermittlung

Am Ende bleibt die Erkenntnis: Zentral ist die Frage, warum wollen wir kommunizieren und was soll die Wirkung sein? Erst dann schließt sich die Frage nach Kanälen, Tools und Kommunikationswegen an. Bürgerkommunikation darf nicht als PR-Aufgabe verstanden werden, sondern als strategischer Bestandteil demokratischer Legitimation und kommunalerHandlungsfähigkeit. Ein prägnantes Fazit des Tages lautete:

„Es reicht nicht nur, dass wir etwas tun – wir müssen es vermitteln.“